Ein Gespräch über „Unser Einzig-Artiges Leben.“

Zur Veröffentlichung des Buches „Unser Einzig-Artiges Leben.“ hat sich Imelda Breitenmoser mit der Autorin Christine N. Kloess unterhalten

Christine, Dein drittes Buch wurde von vielen – auch von mir – voller Spannung erwartet. Dein erstes Buch «ICH BIN.» hast Du in aller Stille ausgearbeitet; es war für alle eine Überraschung. Die zweite Veröffentlichung «WIR SIND». war bezüglich Titel und Thema gut nachvollziehbar. Umso grösser war das Rätselraten um den Titel Deines dritten Buches.

In der Tat waren – auch zu meiner eigenen Überraschung – das Interesse und die Neugier gross. Soviel mir bekannt ist, hat jedoch vor Veröffentlichung des dritten Buches niemand weder Titel noch Thema erraten.

«Unser Einzig-Artiges Leben.» kann als logische Fortsetzung der beiden ersten Bücher erachtet werden und deren Inhalte in das reelle Leben übersetzt. Durch den praktischen Bezug wird dem Leser ins Bewusstsein gerufen, was für ihn und sein Leben von Relevanz ist, welche natürlichen Lebensgesetze eine Rolle spielen und was seinen persönlichen Lebenserfolg unterstützt. Das Buch legt auf bewegende und zugleich unterhaltsame Weise dar, welche vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten jedem von uns zur Verfügung stehen und vermittelt Impulse zur eigenen Lebensgestaltung – auf lebensnahe Art.

Der Titel ist Einzig-Artig!
Hat die gewählte Schreibweise eine besondere Bedeutung?

Ein Druckfehler ist es nicht …! Als mir die ersten vier Entwürfe des Buchcover-Designers vorlagen und ich sah, dass bei einem Vorschlag «einzig-artiges» getrennt war, dachte ich: «Das geht ganz und gar nicht, auf einem Buchcover ein Wort zu trennen!» Ich verwarf diese Variante, obwohl sie mir am besten von allen gefiel. Je länger ich folgend jedoch über die Entwürfe nachdachte, umso mehr spürte ich, wie genial ich diese Trennung empfand. Denn erst durch sie würde so richtig deutlich, wovon Einzigartigkeit zeugt und was sie tatsächlich ausmacht: Etwas in seiner Art ist unvergleichlich!

Einige Zeit später – kurz vor Druckbeginn – telefonierte ich mit Elisabeth Bond, eine meiner Gesprächspartnerinnen. Dabei fragte sich mich, für welchen Buchtitel ich mich entschieden hätte. Als ich ihn benannte, wurde es am anderen Ende der Telefonleitung plötzlich ganz still, bis sie folgend zu mir sagte: «Super, dass das Wort einzig-artig mit Trennstrich geschrieben ist.» Und fügte weiter hinzu: «Überlege Dir doch,  einzig und artiges mit einem grossen E beziehungsweise A zu schreiben …!»

Ihre Aussage verfiel ihre Wirkung nicht und mir wurde klar, welch starke Energie von der unkonventionellen Schreibweise «Einzig-Artiges» ausgeht. Plötzlich wusste ich: «Wow, genau so muss es geschrieben sein – und nicht anders! Schliesslich ist es ein Einzig-Artiges Buch, das seine Eigenheit besitzt und sich auf seine Art zum Ausdruck bringt!

Weshalb hast du Dich für diese sechs Persönlichkeiten entschieden?
Gab es so etwas wie einen Kriterienkatalog?

Ziel war es, sehr unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen und Berufsfeldern zu gewinnen, um ein ganzheitliches Bild vermitteln zu können. Es lag nicht von Anfang an auf der Hand, welche sechs Menschen letztlich mitwirken würden. Als ich die Idee ernsthaft zu verfolgen begann, spürte ich mit zunehmender Klarheit, dass in diesem Buch eine ganz bestimmte Kombination von Individuen zusammenfinden darf. In ihrer Gesamtheit würden sie eine einzigartige Energie bilden, die den Leser auf besondere Weise zu durchdringen vermag. Meine innere Führung und der natürliche Lauf der Dinge sorgten dann dafür, dass ich nach und nach zu diesen sechs Menschen fand.

Mir hat die Entstehungsgeschichte dieses Buches erneut bewiesen, wie wichtig es ist, sich auf einen Prozess einzulassen – und sich vertrauensvoll den damit in Bewegung gebrachten Entwicklungen mitzugehen. Es ist wichtig, ein Ziel vor Augen zu haben, doch bei der Verwirklichung dessen sollte man sich nicht auf ein bestimmtes Resultat fixieren. Es kommt immer noch etwas anders, als man denkt – und meistens noch viel besser, wenn man dem Leben erlaubt, uns seine Möglichkeiten vor unseren Füssen auszubreiten!

Als ich beispielsweise vor einigen Jahren vermeintlich zufällig auf den Künstler Alireza Varzandeh traf und seine Bekanntschaft machte, wäre mir nicht im Traum eingefallen, dass ich schon bald mit ihm zusammenarbeiten würde. Genausowenig spürte ich zu Beginn, dass schlussendlich Elisabeth Bond eine meiner Interviewpartnerinnen sein würde. Sie hatte bisher immer davon abgesehen, Biographisches zu veröffentlichen.

Wie gelang es Dir, die sechs Protagonisten Deines Buches von Deiner Idee zu überzeugen?

Bei den einzelnen Umsetzungsschritten verliess ich mich auf mein Gespür, meine Kreativität und meinen gesunden Menschenverstand. Dabei machte ich mir keine Gedanken darüber, was realistisch oder machbar ist. Ich machte einfach – und das aus einer starken inneren Überzeugung heraus. Und das, was ich machte, versuchte ich zugleich möglich gut und professionell zu tun.

«Unser Einzig-Artiges Leben.» wäre in der hier vorliegenden Form ohne die beiden ersten Publikationen nicht realisierbar gewesen. Ich bin überzeugt, sie haben zweifellos dazu beigetragen, dass sich die sechs Interviewpartner von meiner Arbeit und meiner Idee haben überzeugen lassen. Denn die Bücher sind nicht nur Leistungsausweis, sondern ebenso Zeugnis meiner schriftstellerischen und künstlerischen Eigenart. Durch sie bin ich für andere erkenn- und einschätzbar geworden.

Gut erinnere ich mich daran, wie Alireza Varzandeh bei meinem ersten Besuch in seinem Atelier zu mir sagte: «Sie schreiben so schön. Das gefällt mir. Sie können mit Worten all‘ das ausdrücken und in die Welt tragen, was ich in Form der Malerei zu transportieren versuche und mir selbst mit Worten nie gelingen würde.» Dechen Shak-Dagsay formulierte denselben Gedanken – einfach anders und in Bezug auf ihre Stimme und ihre Botschaft, die sie zu den Menschen bringen möchte.

«Unser Einzig-Artiges Leben.» liest sich flüssig, baut Spannung auf, berührt, inspiriert, regt zum Nachdenken an. Wer darin nach klassisch verfassten Interviews sucht, wird diese jedoch nicht finden. Du hast Deine ganz eigene Ausdrucksweise gefunden, die Gespräche in eine Geschichte zu verwandeln und aufzuschreiben. Weshalb hast Du Dich für diese Form entschieden?

Eine Ausdrucksform zu finden, die dem Leser die Ernsthaftigkeit und Schönheit des Lebens und die darin liegenden Möglichkeiten, Herausforderungen und Gesetzmässigkeiten auf unterhaltsame Weise näher bringt und ihn im Inneren zu erreichen vermag, war für mich zentral.

Die klassische Frageform erschien mir dafür zu langweilig, weder inspirierend noch berührend genug. Die hier vorliegende Frage- und Erzählform hat sich im Laufe des Schreibprozesses zu entwickeln begonnen und ist in der Tat etwas ganz Eigenes. Alles sollte in harmonischer Weise ineinander übergehen und ein ganzheitliches Bild vom Leben, seinen Chancen und Unwägbarkeiten vermitteln. Wer mich kennt, weiß, dass dies Teil meiner schriftstellerischen Eigenart ist.

Du schreibst: «Wir tragen von Natur aus das Wissen in uns, wer wir sind, was wir uns vorgenommen haben und was unsere Berufung ist. Die meisten von uns sind sich dessen nicht von Anfang an bewusst.» Wann wurde Dir bewusst, dass es Teil Deines Lebenspotentials ist, Bücher zu schreiben?

In meinen jungen Jahren hatte ich diesbezüglich weder Ambition noch Wunsch, geschweige denn eine Vorahnung. Eines meines Lieblingsfächer in der Schule war zwar Deutsch. Ich liebte es, Aufsätze zu schreiben und in meiner Freizeit verfasste ich viele Geschichten in meiner gedanklichen Welt und sinnierte über das Leben. Zudem erinnere ich mich daran, als Teenager einst ernsthaft mit dem Gedanken gespielt zu haben, Journalistin zu werden. Diese Idee verwarf ich jedoch wieder.

Ich war Anfang zwanzig, als mir das in mir vorhandene Potential des Buchschreibens das erste Mal ins Bewusstsein gerufen wurde. Während einer astrologischen Beratungssitzung wurde mir gesagt, dass ich später in meinem Leben bevorzugt Worten – geschriebenen und gesprochenen – arbeiten und Menschen inspirieren würde. Damals fiel mir die Vorstellung daran, Bücher zu schreiben, schwer. Es war kein Thema für mich – noch nicht, wie ich heute weiss.

2010 begann sich in meinem Leben viel zu verändern. Eine längere Umbruchphase wurde eingeleitet. Und eines Tages begann ich auf einmal zu schreiben – ohne darüber nachzudenken, weshalb. Ich hielt fest, was meine feinfühligen Gedanken mir vermittelten. Ich schrieb. Und schrieb. Und «ICH BIN.» entstand. Als ich es 2013 veröffentlichte, überraschte ich viele. Auch mich selbst … ! Mittlerweile ist das Buchschreiben nicht mehr wegzudenken; ich liebe es und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht in die Tasten greife oder etwas intuitiv zu Papier bringe.

Ich finde es extrem spannend, was das Leben für uns alle auf Lager hat. Es hält für jeden für uns wunderbare Überraschungen parat! Wenn man offen dafür ist, mit dem Leben und seinen Entwicklungen mitzugehen, offenbaren sich einem immer wieder neue, schöne Horizonte und dabei entdeckt man sich selbst auch immer wieder neu. Das finde ich etwas Wunderbares. Der eigene Entwicklungsprozess hört nie auf.

Der Maler Alireza Varzandeh sagt im Gespräch mit Dir: «Jede Herausforderung ist eine Einladung, persönlich ein Stück zu wachsen». Inwieweit war dies während der Entstehung dieses Buches bei Dir der Fall?

In der Tat – einmal mehr war es eine sehr spannende schriftstellerische Herausforderung und Aufgabe, «Unser Einzig-Artiges Leben.» zu schreiben. Eine, die ich sehr liebte, obwohl sie mir besonders viel Einfühlungsvermögen, Konzentration und Disziplin abverlangte! Wie man sich vorstellen kann, erfordert es einige Fleissarbeit ein drei- bis vierstündiges Gespräch wortwörtlich festzuhalten und daraus einen lesbaren Text zu formen, der einem roten Faden folgt. Und die Entscheidung – was gehört davon ins Buch und was nicht- ist eine Aufgabe für sich, die viel Fingerspitzengefühl erfordert.

Mein Ziel war es, die Essenz des Gesagten herauszufiltern und in meine Schreibweise zu übersetzen, ohne dass dabei die Energie meiner/s Gesprächspartner/in verloren geht. Der Mensch, seine Persönlichkeit sollte für den Leser spür- und wahrnehmbar bleiben – und sich zugleich harmonisch mit meiner schriftstellerischen Eigenart verbinden. Ich war aufgefordert, mich beim Schreiben jeweils mit der Energie meiner Interviewpartner/innen zu verbinden, ohne dabei der Kunst meiner Schreibqualität untreu zu sein. Und ich glaube, dieses Vorhaben ist geglückt.

Jeden Monat gibt es unzählige Neuerscheinungen. Warum braucht die Welt dein Buch? Weshalb sollte dein Buch gelesen werden?

Ich weiss nicht, ob und wie sehr die Welt mein Buch braucht – aber ich bin sicher, dass es einige Menschen gibt, denen es wertvolle Inspiration sein kann. Und eins ist natürlich nicht zu vergessen: Dieses Buch ist einzigartig! Es gibt auf unterhaltsame, bewegende Weise tiefgründige Antworten auf zentrale Lebensfragen und verdeutlicht, welche Mechanismen im Leben eines Menschen wirksam sind und worauf es ganz besonders ankommt. Und dies tut es auf seine Art, seine ganz eigene. Wer es liest, wird verstehen, wovon ich spreche.

«Unser Einzig-Artiges Leben.» ist eine Einladung, über sein eigenes Leben nachzudenken. Von Elisabeth Bond ist das Zitat zu lesen: «Alles, was uns im Aussen begegnet und unsere Aufmerksamkeit erlangt, ist eine Spiegelung dessen, was in der einen oder anderen Art in uns selbst existiert.» Inwieweit waren die sechs Persönlichkeiten ein Spiegel für dich?

Jeder von ihnen war auf sehr unterschiedliche Weise ein Spiegel für mich. Und das weit mehr und viel tiefer, als ich zu Beginn erwartet hatte! Jede Geschichte hat mit mir auf ihre Weise gearbeitet – auch wenn meine Lebensrolle und mein Weg so ganz anders sind, als diese der sechs Mitwirkenden.

Im Alltag passiert es mir immer wieder, dass mir in bestimmten Situationen plötzlich ein Zitat von einem der sechs in den Sinn kommt. Von jetzt auf nachher taucht eine ihrer Aussagen oder eine Erinnerung an eine ihrer Lebenserfahrungen in meinem Inneren auf, die mich im entsprechenden Moment unterstützt oder an etwas Zentrales erinnert. Sehr praktisch und hilfreich!

Das Buch hat es geschafft, mir vieles ins Bewusstsein zu rufen – Aspekte, die mich auf meinem Weg auf vielfältige Weise innerlich bestärken. Bestimmte Inhalte erinnern mich regelmässig daran, wie elementar es ist, sich selbst treu zu bleiben – auch dann, wenn nicht immer alles rund läuft. Alle sechs Menschen mit ihren Erfahrungswerten sind für mich Mutmacher – und ich weiss, das sind sie nicht nur für mich. Deshalb bezeichne ich das Buch ebenso als Ermutigungsschrift.

Liebe Christine, herzlichen Dank für dieses einzigartige Gespräch. Eine Frage drängt sich mir jedoch noch auf: Arbeitest du bereits an Deinem nächsten Buchprojekt – und wenn ja, wie geht es weiter?

Zahlreiche Ideen tummeln sich in meinem Kopf und sind bereits in Form von Notizen auf Papier festgehalten. Eine erste Vermutung besteht, worüber das nächste Buch handelt, aber klar wird sich mir das erst in den kommenden Monaten zeigen – denke ich. Zuviel möchte ich jetzt noch nicht verraten, sondern mich zuerst einmal über «Unser Einzig-Artiges Leben.» freuen, es mit aller Kraft und Konzentration den Menschen näher bringen und dorthin tragen, wo es den Einzelnen auf seinem einzigartigen Weg unterstützen kann.

Mehr zum Buch: www.edition-livingtalents.com

 

*Imelda Breitenmoser ist Inhaberin von Breitenmoser Human Resources GmbH. Ziel ihrer Arbeit ist, Menschen und Organisationen zu einem positiven Denken und Handeln im Umgang mit Veränderungen zu bewegen. Sie ist unter anderem Expertin in der Entwicklung von agilem Mindset und der Etablierung neuartiger tragfähiger Zusammenarbeitskulturen.

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